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LONJSKO POLJE - WASSER IN DEN WOLKEN
Die Geschichte über die Lonjaebene ist eine Geschichte über das Leben am Fluss. Obwohl sie den Namen dem Fluss Lonja zu verdanken hat, verbindet die Lonjaebene ihr Schicksal mit dem Fluss Save. Die geographische Bestimmung würde auf den ersten Blick über eine Region sprechen, die dank dem wichtigen Flussverkehrsweg einen bemerkenswerten Platz im zeitgemäßen Leben einnimmt.
Die Ebene ist von den Städten Sisak, Kutina, Petrinja und Nova Gradiška umrandet und sie könnte dem Beobachter den Eindruck eines Flussgürtels verschaffen, der seinen Einwohnern ausgezeichnete Möglichkeiten für die regionale Entwicklung anbietet.
Im Gegenteil, schon etwa Hundert Jahre teilen das Lonjsko polje und seine Einwohner ganz unbemerkt das Schicksal der toten Nebenarme der Save, Meander, die keinen Ausgangspunkt haben und keinem Delta begegen, sondern sie münden in den öden Feldern, die von Vögeln, Wild oder von seltenem Fischer oder Jäger bewohnt sind.
Die so selten und im Ganzen gut bewahrte Region mit den eindrucksvollen ursprünglichen Bauten aus Holz steht sie da jahrhundertelang auf dem Kreuzweg verschiedener und oft aneinandergeratener Kulturen. Sie sank in einen Traum, aus dem sie, glücklicherweise, langsam, aber sicher, geweckt wird. Die Geschichte der Militärkraina, die sich tragisch und so beredsam in unserer Generation wiederholt hat, überlässt heutzutage den Platz den Neugierigen und Liebhabern der unberührten Natur. Wir hoffen, dass die Zukunft auch Gründe für das Bleiben und vor allem für die Rückkehr ihrer Einwohner bringen wird, damit die Dörfer wie Èigoè und Krapje nicht nur an die bewundernde Population der Störche, gebunden sind, die dieses Gebiet jedes Jahr beleben, sondern als Ortschaften der ununterbrochenen traditionellen Kultur erkannt werden, die gleichmäßig für die lokalen Einwohner als auch für wohlgesinnte Reisende wichtig wären, die im Naturpark Lonjsko polje eine seltene Ruheoase und Spektrum der in ganz Posawina einzigartigen Landschaften sehen.
Das Hinweisen auf die Naturschönheiten ist gerade das Wesen des heutigen Augenblicks von Lonjsko polje, das Gewebe, auf dem Dražen Lapiæ, Željko Jelenski, Walter und Tomislav Rastiæ das fotografische Mosaik gestalten, das noch eine Fotomonografie weit übertrifft. Anstatt einer visuellen Nomenklatur, der pädagogischen Aufzählung der Bauelemente, die das Schicksal einzelner Ortschaften oder der Menschen schildern, bieten sie uns die Art und
Weise für das Lesen der Landschaft, sowohl jener wilden als auch jener, die von der menschlichen Hand kultiviert wird. Wenn wir einen gemeinsamen Nenner für dieses Projekt suchen würden, könnte als ein Schlüsselbegriff das Wort "Stille" auftauchen. Die im Werk aller vier Autoren anwesende Stille wird mit dem Aufflug der gerade beunruhigten Vogelschar nicht gestört, das ist gerade jene Stille, die ausgerechnet heute dem modernen Beobachter Gold wert ist.
Das Ausbleiben der banalen Ausnutzung der Interessen des modernen Menschen und die daraus hervorgehende Stille sind der größte Reichtum, woran sich hier und heute das Lonjsko polje rühmen kann. Die präsentierte fotografische Initiative ist gleichzeitig eine Art der "Gebrauchsanweisung". Man soll das unberührte Segment der Natur kennenlernen, man soll lernen, es zu lieben und zu beobachten und dementsprechend seine Zukunft zu bestimmen, die die Landschaft unberührt, erkennbar und vor allem geschützt lassen wird.
Die in Schlaf versunkene Landschaft vom Anfang der Geschichte soll zart und mit nötiger Achtung geweckt werden, damit wir morgen auf noch einen eindrucksvollen Beitrag der gesamten Lebenskultur in Kroatien stolz sein können.
Krešimir Oremoviæ
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