![]() |
|
AUTORI PROJEKTA
|
Pager sind vielleicht/wahrscheinlich/sicher MarsmenschenObwohl die Kunst der Naturbeschreibung vom Wortschatz abhängt, kann jedoch das gesamte Ausdrucksvermögen jene Schönheit und Beschreibungskraft eines Bildes nicht ersetzen. Sowohl das eine als auch das andere Medium für die Vermittlung des wirklichen Bildes weist allerdings Mängel auf. Das Wort ist kein Bild und so ist das Bild kein Wort. Die Einbildungskraft behebt die Mängel durch Erfahrung des Lesens und des Betrachtens, so dass in diesem komplexen Prozess der geistigen, sinnlichen und visuellen Perzeption Wort und Bild schließlich zu einer eindrucksvollen Ganzheit zusammengefügt werden, die wir letztendlich Kunstwerk nennen. Mit ihren Klängen, ihrem Duft und Geschmack, dem Betasten des Olivenbaums, dem Pfeifen des Windes und der Luftfeuchtigkeit ist die Natur dem Bilde und der Sprache überlegen, und wehe der Kunst, wenn sie entscheidet, die Natur nachzuahmen, zu imitieren. So bleibt dem Menschen nichts anderes übrig, als von der reichhaltigen und einheitlichen Naturschönheit ein Fragment zu trennen, und es ist nur die Frage der Wahrnehmung, der geistigen und emotionalen Berührung - und vielleicht der Kunstfertigkeit - dass solch ein Fragment untrennbar von seiner Ganzheit bleibt. Die Frage, ob die Pager vielleicht/wahrscheinlich/sicher Marsmenschen sind, ist grundsätzlich Nebensache und außerhalb der Mediensphäre wie die Fotografie, aber jedenfalls ist sie als eine Metapher zu betrachten, die direkt mit den Bildern der vier Fotografen verbunden ist, die auf der Insel Pag dieses Wunder der Natur, diese Ganzheit, die sich vom Lokalen zum Universellen erhebt, auf ihre Weise zu "beschreiben" versucht haben. Diese Macht des Mediums nahm einst Fox Talbot wahr, der von den schweizer Berglandschaften fasziniert war. Das Ergebnis war die Erfindung der Fotografie, und die wahre Frage wäre, ob die Fotografie als Medium nicht "vielleicht/wahrscheinlich/sicher" vom Mars stamme. Die Landschaftsfotografie setzt heute die Urfaszination fort, mit der dieses Medium die Natur "beschrieben" hat, deren Veränderungen umgekehrt proportional sind zur Fähigkeit des Mediums, den Augenblick "einzufangen". Deshalb, mehr als in irgend welchem thematischen Fotografiegenre, behalten das Lichtbild der Natur und die daraus entstandenen Bilder prozessual und final Reiz und Erinnerung der ursprünglichen Fotografie. Die Verbindung zu sehen im richtigen Verhältnis zwischen dem Statischen und Dynamischen, zwischen dem Fels und dem Licht, das diesen Fels beleuchtet, das richtige Verhältnis zwischen Baum und Wind, der seine Krone bewegen lässt, abzubilden, Meeresoberfläche und zittrige Reflexionen an diesem Meeresspiegel wahrzunehmen, verlangt viel mehr als touristische "Abbildung" von Landschaftsmotiven und anderen bemerkbaren Trivialitäten. Den Wert des seichten, felsigen Strandes zu bemerken, Himmel anstatt Erde, dürres Gras zu sehen, schließlich die Stille dieser fast verwünschten Insellandschaft, von der man zu Recht sagt, dass sie nicht "von dieser Welt" sei, verlangt vom Künstler die völlige Hingabe zu den höheren Gewalten und Energien, die sie treiben. Das sind bestimmt keine bunten touristischen Motive, aber in ihrer kärglichen Erscheinungsform wird das Einzelne als Universale erkannt. Das Pager Abenteuer der vier Fotokünstler - Dražen Lapić, Andriana Škunca, Damil Kalogjera und Željko Jelenski - resultiert in Fotografien, deren geistige Dimension den Rahmen der Mimesis und/oder der naturalistischen Beschreibung der Insellandschaft sprengt. Diese Bilder - im Rahmen der Möglichkeiten des Mediums - sprechen nicht über Pager (sie werden nicht dargestellt), sie sprechen jedoch über die Mystik ihres Habitats. Vielleicht fehlen sie deshalb auf den Fotos. Die Magie des Ortes, über die diese Bilder sprechen, ist viel älter als die Bilder selbst, und es ist für das Bild nicht so wichtig, ob sie als Marsmenschen oder mit den alten Slawen angekommen sind. Es handelt sich um viel ältere Sedimente, die durch das Medium - soweit es in den menschlichen Kräften steht - zum Bild verwandelt werden, um durch seine Vermittlung Dimensionen der Zeit und Želimir Koščević |
| Copyright © Photo Four Seasons, 2004-2007 All rights reserved design :: www.nd-video.com |